Hmm … Wie kommst du darauf, dass es «jemand» ist? Wer könnte das sein? Als Kind hab ich mir vorgestellt, dass Engel, die gerade die Sterne geputzt haben, das Wasser aus ihren Kübeln über den Wolkenrand leeren. Ich fand das eine lustige Idee. Inzwischen weiss ich, dass es Wind und Wolken sind, die den Regen verursachen, dass Regentropfen entstehen, wenn eine Wolke in kühlere Luftschichten aufsteigt. Und es hört auf, wenn zu wenig Feuchtigkeit in der Luft ist. Will ein Kind im Detail wissen, wie das Wetter funktioniert, kann man mit ihm ein entsprechendes Kinderbuch anschauen oder auf Wikipedia nachlesen.
Gefragt wurde aber nach dem «Wer». Vielleicht reichen dem kleinen Wunderfitz deshalb die wissenschaftlichen Erklärungen nicht und wir dürfen jetzt ein wenig philosophieren. Hat das Kind an einen Gott gedacht, der ja so Vieles auf unserer Welt bewirken soll? Oder an eine Person? Dann
können wir uns Menschen ins Spiel bringen und über unseren Einfluss auf die Natur nach­denken: Wir bestimmen, wann wir im Garten den Salat wässern, damit er gut wachsen kann; wir bauen Dämme, damit das Wasser nicht in unsere Felder fliessen kann; wir machen Strom aus reissenden Flüssen und heizen damit unsere Häuser. Und – wie die letzten Jahre uns allen deutlich gemacht haben sollten – wir wirken auch am Klima auf unserem Planeten mit!
Wenn ein etwas älteres Kind zu begreifen beginnt, dass wir zwar nicht den Regen stoppen können, aber doch eine grosse Verantwortung dafür mittragen, dass das Wetter sich verändert hat, hat sich das Philosophieren über menschliche Macht und Ohnmacht bestimmt gelohnt.

Die Philosophie-Pädagogin Eva Zoller Morf hat vor über 30 Jahren das Philosophieren mit Kindern entdeckt und in der Schweiz in Büchern und auf kinderphilosophie.ch publik gemacht.
Als Grossmutter freut sie sich nun über die kleinen Philosophen in ihrem Leben. Ihr aktueller Elternratgeber
heisst «Selber denken macht schlau – Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen» und
ist bei Zytglogge erschienen. Gerne nimmt sie auch Ihre Kinder­fragen entgegen:
redaktion@grosseltern-magazin.ch

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