Aline findet, ihre Generation sei keine typische Revolutionsgeneration. Es sei alles doch recht o. k., denken sich manche von uns. «Aber eigentlich ist gar nichts o. k. mit unserer Erde» – und deshalb geht sie mit vielen anderen Jugendlichen für den Klimaschutz auf die Strasse.

Unsere Generation ist keine typische Revolutionsgeneration, behaupte ich mal. Wir müssen auch nicht mehr gegen so gravierende Missstände wie beispielsweise das fehlende Frauenstimmrecht aufbegehren. Und irgendwie, jetzt mal ehrlich, ist ein Grossteil von uns Jungen einfach zu bequem, um etwas bewegen zu wollen. Ich glaube, das liegt daran, dass wir zum einen mit den ganzen sozialen Medien so auf uns selbst bezogen sind. Aber auch daran, dass wir bereits einen recht hohen Lebensstandard haben. Wir haben (fast) eine Gleichberechtigung von Mann und Frau, keine Armut und keine Wirtschaftskrise. Es ist also alles doch recht o. k., denken sich manche von uns. Aber eigentlich ist gar nichts o. k. mit unserer Erde. Und das Problem dabei ist: Nicht nur wir werden die Folgen davon tragen. Sondern unsere Kinder und Enkelkinder. Ich habe mit meinen Grosseltern über das Thema Klimaveränderung gesprochen und sie haben mich etwas Interessantes gefragt. Nämlich, ob ich wütend auf die Generationen vor mir sei. Denn die haben es ja sozusagen vermasselt. Ich konnte ihnen spontan keine Antwort geben, aber nun bin ich zu einer gekommen: Nein, ich bin nicht wütend auf sie und auf die Fehler, die sie gemacht haben. Und auch nicht darauf, dass wir diese jetzt ausbaden müssen. Für diesen Luxus haben wir schlicht und einfach keine Zeit. Denn es wird zu spät sein, wenn wir Jungen uns nicht schleunigst in eine Generation verwandeln, die etwas gegen die Zerstörung der Erde macht und handelt! Wir haben einfach keine Wahl … Zum Glück haben wir einige gute Vorbilder in den Generationen vor uns. •