Die Welt der Jungen ist den älteren Semestern oft unverständlich. Aline (14) erklärt deshalb in dieser Kolumne ihre junge Welt. Normalerweise. Denn dieses Mal ist das Unverständnis ganz auf ihrer Seite: Weshalb tragen ihre Grosseltern beim Skifahren keinen Helm? Aline ist ratlos.

Skifahren – damit angefangen habe ich, als ich noch ganz klein war. Unzählige Male bin ich den Hang hochgeklettert, um danach wieder hinunterzurutschen. Mit dabei waren meine Grosseltern. Bis heute gehen wir mindestens einmal im Jahr zusammen auf die Piste. Mein Bruder und ich geniessen das gemeinsame Skifahren jeweils sehr.
Langsam, ach, langsam sind wir mit Sicherheit nicht unterwegs. Wenn nicht gerade mein Bruder auf dem Snowboard an mir vorbeirauscht, tut dies garantiert mein Grossvater, und kurz darauf kommt meine Grossmutter hinterher. So kommt’s, dass ich häufig darauf achten muss, überhaupt mitzukommen! Auf den alten, heute seltenen «Zweiersässelis» ziehe ich dann häufig den Skihelm ab. Meine Grosseltern müssen das nicht, sie tragen nämlich keinen Helm. «Wir sind seit eh und je ohne Helm unterwegs, da passiert uns doch jetzt hoffentlich nichts mehr», sagen sie. Oder: «Ich bin seit 70 Jahren unfallfrei auf der Piste und habe mein Fahrverhalten angepasst».
Das können doch nicht die einzigen Gründe sein. Vielleicht liegt es auch an den unzähligen Helmen und Protektoren, die auf dem Markt sind, da kann man schnell den Überblick verlieren. Vielleicht liegt es auch an der stetig wechselnden Skimode – obwohl, Neonfarben gehen immer ;).
Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, ob ich meine Grosseltern dazu bewegen kann, sich doch noch einen Helm zu kaufen. Schliesslich sind sie sich ihres Risikos voll bewusst.
Für mich ist und bleibt das Skifahren ohne Helm unverständlich, nicht nur wegen der Unfallgefahr, sondern auch wegen den kalten Ohren. Die werden knallrot! Für mich ist das ja ein Vorteil: Flitzt jemand an mir vorbei, erkenne ich schneller, wer es ist: Falls etwas rot leuchtet, war das bestimmt mein Grossvater!