Wandertipps

Wir wollen wandern – und damit die Enkelkinder das auch wollen, verraten wir hier ­Lieblingstouren der «Grosseltern»-Redaktion.



Tipp von Tibor Nad, Fotograf: Riemenstaldental (SZ) – Luftig in die Höhe

DAUER Zwischen 1½ Stunden und 3 Stunden
HIGHLIGHTS Luftige Bergbahn, Bad im Spilauersee, Kuchen in der Lidernenhütte SAC
ANFAHRT Mit dem Postauto vom Bahnhof Sisikon her (Fahrplan beachten) bis zur Talstation Chäppeliberg
(Haltestelle Riemenstalden, Chäppeliberg)

Die Wanderung startet an der Talstation der Luftseilbahn Chäppeliberg-Spilau. Schon die Fahrt mit der sehr kleinen Bahn ist ein Erlebnis, denn sie gestaltet sich doch eher luftig. Die Kabine bietet Platz für maximal fünf Personen. Durch die offenen Seitenfenster spürt man den Fahrtwind und kann gleichzeitig die Aussicht voll und ganz geniessen.
Von der Bergstation Gitschen her geht es dann Richtung Süden zum Spilauersee (zirka 120 hm). Der See lockt mit einem Erfrischungsbad oder einem kleiner Rundgang und einer Rast. Für den Rückweg lohnt sich der Bogen über die Lidernenhütte SAC (Betriebszeiten beachten), wo ein leckeres Stück Kuchen wartet. Zurück ins Tal kommt man dann wieder mit der Bahn oder aber über Tritt (Punkt 1672) und Höchi (Punkt 1487), was die Runde um zirka 1,5 Stunden verlängert (abwärts). ~


Tipp von Irene Meier, Grafikerin: Flims (GR) – Über sieben Brücken

START/ZIEL Flims
ROUTE Flims Talstation – Segnesboden
EINKEHREN Bergrestaurant Startgels startgels.ch
DAUER Von 20 min bis 4½ Stunden möglich
flimslaax.com/aktiv-sein/wandern/trutg-dil-flem

Der «Trutg dil Flem» – über sieben Brücken dem Verlauf des Flems folgen … das tönt doch wunderbar! Darauf freute ich mich und wir packten unser Picknick und die Wanderstöcke ein. Vor Jahren wanderte ich mit meinem Vater und meinem Neffen diesen Weg. Da blieb unsere Tochter noch zu Hause. Jetzt ist sie älter und flinker unterwegs. Eigentlich wäre ich gerne über alle sieben Brücken gewandert und hätte noch länger die Tiefe der Schlucht bewundert. Aber die Kräfte in den Beinen unserer Tochter liessen trotz Wanderstöcken und Znüni nach und so stiegen wir am Ende des Tages in die Gondel. Vielleicht klappt es diesen Sommer und wir überqueren alle Brücken. Das Gute am Trutg dil Flem ist, dass diese Wanderrroute mehrere Zu- und Ausstiegsmöglichkeiten bietet und somit auch für weniger geübte Wanderer:innen möglich ist. ~


Tipp von Karin Dehmer, freie Mitarbeiterin und Autorin: Oberrickenbach (NW) – Im Seilbahnparadies

START Oberrickenbach (NW), Talstation Fell, Seilbahn Spies
ZIEL Oberrickenbach, Talstation Fellboden
TOUR Alp Sinsgäu, Haghütte, Chrüzhütte, Bannalpsee
DAUER 1½ bis 2 Stunden
EINKEHREN Haghütte, Chrüzhütte, Bannalpsee
ALTER Ab 7
HIGHLIGHT Fahrt mit drei historischen Kleinseilbahnen

Für einmal kommt das Vergnügen vor der (Wander-)arbeit. Diese vielseitige Tour startet nämlich mit den Fahrten in gleich zwei historischen Kisten-Bahnen: Bei der Talstation Oberrickenbach-Fell freuen sich Bähnler Sepp und seine zweispurige Pendelbahn auf Gäste. Über den Köpfen weidender Kühe geht es schwebend zur Bergstation Spies, wo die zweite Bahn – Baujahr 1945 – eigenständig in Betrieb genommen wird. In der Schiffli-Cabriolet-Variante der Marke Niederberger erreicht man die wunderschöne Alp Sinsgäu. Mit der ersten Etappe zu Fuss, abwärts zum Alpbeizli Haghütte, wird der kurzweilige Einstieg in den Wandertag noch etwas verlängert. Wer denkt, es sei noch zu früh für einen Stopp, könnte einen Fehler machen. Selten hat man in einem Alpbeizli so fein gegessen. Aber dann, man kann es nicht schönreden, geht’s leider aufwärts. In Richtung
Chrüzhütte führt der Pfad durch lichten Bergwald und über Alpwiesen stetig «obsi» bis zum Bergrestaurant Chrüzhütte. Ab jetzt hat man das Tagesziel im Blick: Eingebettet in eine Mulde des Hochtals lockt der tiefblaue Bannalpsee und beschwingt fliegt man seinen Ufern entgegen. Mit der dritten und letzten Kleinseilbahn, Fellboden-Bannalpsee, geht es später runter ins Tal. ~


Tipp von Martina Fierz, Lektorin: Bütschelegg (BE) – Weitsicht aus der Nähe

START Niedermuhlern, Postautostation Baumgärtli
ZIEL Postautostation Bütschel, Gschneit
DAUER 1½ Stunden
EINKEHREN Restaurant Bütschelegg in Oberbütschel bütschelegg.ch
ALTER Jedes Alter; der Weg ist auch mit einem offroad-tauglichen Kinderwagen zu meistern.

Immer eine Option für jede Art von Sonntag – einen sonnigen, trüb-regnerischen oder auch verschneiten: ein Ausflug in die Berner Vor-Voralpen, auf die Bütschelegg. In unserer Familie war das über Jahre ein Klassiker, für den sich die Kinder fast immer motivieren liessen; je nachdem wegen dem Spielplatz am höchsten Punkt, dem «Schiitli-um»-Spiel im Wald unterwegs oder, ja, dem Vermicelles im Ausflugsrestaurant. Für die Erwachsenen ist das Panorama ein Highlight – und dass der ganze Spass nur eine kurze Postautofahrt vom Rand von Bern entfernt ist.
Von Niedermuhlern aus geht’s durch Feld und Wald hinauf zur Bütschelegg. Zuoberst, auf einer Kuhweide, gibt’s den unverstellten Blick auf die Gantrisch- und die Stockhorn-Kette sowie die Berner Alpen, und in die andere Richtung zum Jura – und eine baumlange Bank zum Ausruhen.
Zurück in die Stadt gelangt man am direktesten hinunter nach Oberbütschel. Wer Zeit hat, kann den Ausflug mit einem Abstecher zum Tavel-Denkmal bereichern oder einem Besuch in der Sternwarte «Space Eye» in Uecht (nur auf Voranmeldung). ~


Tipp von Geraldine Capaul, Chefredaktorin: Gambarogno (TI) – Und unten glitzert der See

START San Nazzaro
ZIEL Vira
WANDERUNG Panoramaweg durch Vairano, Piazzogna und Fosano
DAUER ca. 2 Stunden
EINKEHREN In jedem Dorf hat es ein Restaurant.
ALTER Ab 5
HIGHLIGHT Die Glace am Schluss in Vira.

Eine aussichtsreiche Wanderung, wortwörtlich: Gemütlich laufen wir in San Nazzaro los, wandern von Dörfli zu Dörfli, den majestätischen Lago Maggiore vor Augen. Als Erstes durchqueren wir Vairano, hier hat’s gleich neben der Osteria einen tollen Spielplatz mit glatten und abgerundeten Felsen zum Rumklettern.
Der Weg führt weiter auf sonnigen Terrassen oberhalb des Sees entlang und bietet immer wieder weite Blicke über das glitzernde Wasser und die gegenüberliegenden Berge. Zwischen den kleinen Dörfern verläuft der Pfad durch lichte Waldstücke, in denen man im Frühsommer viele Blumen bewundern und im Herbst Kastanien sammeln kann. Die historischen Gassen der Dörfer, kleine Kapellen und grosse Gärten sorgen für Abwechslung und dank kleiner Läden und Restaurants gibts immer wieder Verpflegungsmöglichkeiten. Bei Fosano gehts runter nach Vira, wo direkt am See entweder die Shaka Beach oder die Tennisbar warten. Füsse in den See und dazu Glace schlecken. Perfekt, oder? Sowohl San Nazzaro also auch Vira sind gut mit ÖV erreichbar. Sollten Sie von Locarno anreisen, lohnt es sich, das Schiff zu wählen.Ein weiteres Highlight für die Kinder. ~


Tipp von Anna Six, stv. Chefredaktorin: Amden (SG) – Es geht obsi zum «Obloch»

START/ZIEL Amden, Bergstation der Sesselbahn Mattstock
WANDERUNG Rundweg am Mattstockfuss
DAUER zirka 2 Stunden, 4,9 km, 357 m aufwärts, 356 m abwärts
EINKEHREN Bergrestaurant Walau
ALTER Ab 5 Jahren
amden-weesen.ch/tour/rundweg-am-mattstoggfuss

Zum Start stärken wir uns am Feuer: mit frisch geplopptem Popcorn, Schlangenbrot und Wurst. Dann geht’s obsi, die Sonne scheint, das Gras in den blühenden Bergwiesen kitzelt die Beine, die Aussicht geht weit über den Walensee. Frühsommer oberhalb Amden, einfach zum Freuen. Nach etwa anderthalb Kilometern verändert sich die Landschaft, der Wanderweg führt nun dem Felsband am Fuss des Mattstocks entlang. Dem Hauptgipfel (1936 m ü.M.) vorgelagert ist ein markanter Felszapfen namens Schibenchnölli. Wir legen die Köpfe in den Nacken und stellen uns die mutigen Kletternden vor, die ihn mit Seil und Haken erklimmen.
Uns genügt es, auf dem Weg weiterzugehen, wo wir bald eine kleine Hochebene erreichen. Karstfelsen durchsetzen die Wiese, Kühe stehen grasend zusammen. Tief die Bergschönheit einatmen. «Obloch» heisst die Passage, und man weiss auch, wieso: Unterhalb dieser natürlichen Aussichtsterrasse geht es stellenweise recht steil bergab. Der Weg ist aber immer gut begehbar für Kinder. Bei Oberfurggle macht die Route eine Spitzkehre, der Rückweg zum Ausgangspunkt – dem Familienrestaurant Walau mit Spielplatz – ist ein gemächlicher Abstieg. Im Ganzen: ein rundum gelungener Rundweg. ~