Der neue Erlebnisweg in Brenzikofen

Auf dem «Erlebnisweg Brenzikofen» dreht sich alles ums Gold – und
das ist nicht das einzig Attraktive an dem Themenpfad. Eine Begehung.

«Da vorne ist die Goldwerkstatt!», ruft Nando (8) und rennt los. Die Nase seiner Schwester Lotta (10) steckt derweil im Begleitheft zum Erlebnisweg Brenzikofen – sie liest im Gehen noch kurz die Legende von den Zwergen, die im hiesigen Fluss Rotache Gold ausstreuen, damit es die Menschen des Tals finden und reich werden. Dieser Sage verdankt der Erlebnisweg Brenzikofen sein Thema.

Jetzt steckt auch Lotta das Heft weg und hält auf das Häuschen am Eck zu – die Grosseltern Jürg (77) und Nina Fierz (74), genannt Tat und Tata, im Schlepptau. Nando hat schon die Türkette gelöst und steht mitten drin in der funkelnden Werkstatt. Und funkeln muss sie auch, denn sie gehört Funklida, einem der fünf «Gängda»-Zwerge. In der kleinen Werkstatt dürfen die Kinder selber vom goldenen Draht abschneiden, den sie dann mithilfe der ordentlich bereitgelegten unterschiedlichen Zangen zurechtbiegen. Sie formen und hämmern, bis Lottas Ring und Nandos Amulett ihren Vorstellungen entsprechen, Tat und Tata dürfen assistieren. Aus einem Automaten in der Ecke lassen sich gegen einen Zweifränkler Holzkugeln drehen und mit Goldstiften verzieren – jede ein Unikat.

Leiterlispiel und Kugelbahn in XXL
Jetzt steigt der Weg an durch die wunderschöne Landschaft: stattliche Bauernhäuser inmitten eines hügeligen Feld-Wald-Wiesen-Idylls. Die Brenzikofer Menschen schauen interessiert und grüssen freundlich; unsere Gruppe ist heute wohl alleine auf dem Weg. Unterwegs gilt es, goldene Zwergenfussspuren zu zählen und nach Goldklumpen am Wegrand Ausschau zu halten. Schon haben die Kinder sich die Feldstecher aus der Truhe am Aussichtspunkt geschnappt und spähen übers Land hinaus. «Lueg, ein Rotmilan!» – aber bevor ihn auch Tata entdeckt, ist er schon von dannen gesegelt. Oben auf dem Hügel kommen die verzierten Goldkugeln aus der Werkstatt beim Kugel-Leiterlispiel ein erstes Mal zum Einsatz. Hier steht neben der Feuerstelle auch ein imposanter baumlanger Picknicktisch.

Nach einem kurzen Gang durch Wald und Lichtung erreicht das Quartett die megalomane Kugelbahn, die Funklida für den Goldtransport dient. Sie führt in vier Teilstücken einen langen Wald-Abhang hinunter bis zur Rotache. Bunt bemaltes Holz und Baumarkt-Plastikschläuche wurden zu originellen Konstruktionen komponiert. Lotta und Nando begeistert diese Bahn, auch die Grosseltern staunen und probieren den Flipperkasten und das Geschicklichkeitsspiel aus. Die Kinder rennen ihren Holz-«Goldkugeln» hintennach, schicken mehrere aufs Mal hinunter; durch die Aarewellen und hinein in die Berner Alststadt. Sie rennen wieder hinauf, probieren noch einmal den Flipper.

Die Suche nach Gold und Kaulquappen
Der Rotache entlang geht’s weiter zu Funklidas Goldwäscherei. Für Kinder, die nicht mehr gehen mögen, hängt hie und da eine rote Gängda-Mütze in einem Baum, zum Zählen. Lotta und Nando achten nicht darauf, sie suchen lieber abenteuerliche Wege durchs Gebüsch in der Nähe des Wassers. In der Goldwäscherei angekommen, rüsten sie sich mit richtigen Goldwäscher-Utensilien aus. Schnell sind alle vier am Ufer, schaufeln Kies in ihre Becken und tauchen sie unter. Sand und Steinchen kreisen und schwingen, das Wasser überschwappen lassen – und mit etwas Glück bleibt am Ende Goldflimmer am Beckengrund liegen. Das klappt nicht gleich beim ersten Mal; es braucht einige Anläufe, bis das Prozedere eingeübt ist. Lotta wäscht geduldig weiter und füllt am Ende ins Glasröhrchen, was im letzten Durchgang im Becken liegt, auch wenn kein Gold dabei ist. Nando hat seine Schaufel schon vorher hingelegt und sich einen Weg gesucht, den Bach zu überqueren – jetzt späht er nach Kaulquappen.

Die Goldwäscherei war der letzte Posten, jetzt geht’s zurück zum Bahnhof. Den Grosseltern hat die schöne Wegführung gefallen, die Aussicht und die fantasievollen und sorgfältigen Installationen. Die Kinder hatten immer wieder neuen Gwunder darauf, was wohl als Nächstes auf sie wartet. Nandos Favorit ist die Kugelbahn. Lotta war die Goldwerkstatt am liebsten; «da wär ich gerne etwas länger geblieben und hätte noch einen Anhänger gemacht». Der selbs gemachte Goldschmuck wird von beiden zum neuen Glücksbringer geadelt. •

Von Martina Fierz (Text) und Matthias Luggen (Fotos)

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