Garten-Glück

Saisonal, kinderfreundlich und immer erdend: Unsere Garten­expertin gibt Tipps zum selber Gärtnern und für den ­Besuch einer Grünanlage.

Sarah Fasolin (Text), Irene Meier (Illustration)


Gartentipp: Einmal kitzeln bitte!



Schuhe aus und barfuss durch den Garten – wer macht mit? Kinder sind Meister:innen im Barfussgehen und Erwachsene dürfen gern mithalten. Denn es ist gesund und fördert die Muskulatur der Füsse. Als kleines Gartenprojekt lässt sich zum Beispiel ein Barfussweg anlegen. Dazu werden die unterschiedlichsten Naturmaterialien gesammelt: Moos, Rindenstücke, Tannzapfen, Holzhäcksel, Kies und anderes. Achtung: Es braucht viel mehr Material, als man zunächst denkt. Wer in der Natur sammelt, muss bedenken, dass in Naturschutzgebieten gar nichts mitgenommen werden darf und man im Wald nicht an einem Ort ganze Bestände abräumen sollte. Damit runde Materialien nicht wegrutschen, wird der Pfad am besten begrenzt mit dicken, am Boden aufliegenden Ästen. Und um den Inhalt nicht in den Boden zu drücken, lohnt es sich, zuerst ein Vlies auszulegen. Eine Wegbreite von 80 Zentimetern ist ideal und die einzelnen Felder sollten mindestens einen Meter lang sein. Dann kanns losgehen mit Kitzeln, Schmeicheln, Piksen und viel Lachen.


Ausflugstipp: Geheimtipp in der Romandie


Mal wieder Lust auf einen Ausflug mit den Enkelkindern an den See? An einen Ort, wo die Kinder ihr Schulfranzösisch anwenden können? In einen privaten Garten mit berührender Geschichte? Los geht’s in den Jardin Instinctif bei Noville VD am Genfersee. Hier lebt der pensionierte Reisefotograf Gérard Bonnet in einem kleinen Haus direkt am See. Sein Garten ist Sinnbild dafür, dass es im Leben auch nach Niederlagen wieder positiv weitergehen kann.


1999 fällte Sturm Lothar das Waldstück bei seinem Haus. Ein ganzes Jahr lang räumte Bonnet auf und begann, an diesem Ort einen Garten anzulegen. Instinktiv. So, wie es für ihn stimmig war. Er pflanzte Sträucher und baute Skulpturen aus Schwemmholz und Altmetall und machte sein Werk öffentlich zugänglich. 2021 ein neuer Rückschlag: Nach einem Hochwasser stand sein Garten während fünf Wochen unter Wasser, die meisten Pflanzen starben. Bonnet fing nochmals neu an. Der Garten ist frei zugänglich und auf einer kleinen Wanderung Richtung Camping Les Grangettes (ab dort ist der Garten beschildert) ab Noville in 30 Minuten erreichbar.

Weitere Infos zum Jardin Instinctiv gibt es hier.