Juhui: Das Hüten der Enkelkinder ist wieder erlaubt

An der Medienkonferenz vom 27.5.2020 hat der Bundesrat das Hüten der Enkelkinder wieder erlaubt!

https://www.srf.ch/news/schweiz/das-neueste-zur-coronakrise-berset-grosseltern-duerfen-ihre-enkel-wieder-hueten


Daniel Koch: „Die Grosseltern sollen allein spazieren gehen, aber mal den Enkel in den Arm nehmen, das dürfen sie.“

Mittlerweile kennt ihn fast jede Schweizerin und jeder Schweizer: Daniel Koch ist der Delegierte des BAG für Covid-19. Mit dem Grosseltern-Magazin sprach er am Donnerstag, 23.4.2020 darüber, was Grosseltern wieder dürfen. Das ganze Interview lesen Sie im nächsten „Grosseltern“.

Grosseltern-Magazin: Das Abstandhalten zu den Enkelkindern ist für viele Grosseltern vermutlich die schmerzhafteste Massnahme…
Daniel Koch: Hier habe ich gute Nachrichten, also relativ gute…. Heute kann man mit recht grosser Sicherheit davon ausgehen, dass Kinder nicht die grossen Überträger sind. Und auch recht selten daran erkranken. Das freut die Grosseltern ja natürlich schon mal, dass sie sich immerhin um die Enkel keine Sorgen machen müssen. Diese Erkenntnis bedeutet aber auch, dass man die Enkelkinder auch wieder einmal in die Arme nehmen darf.

GM: Wirklich?
DK:
Ja. Aber man soll sie bitte trotzdem nicht grad wieder hüten. Sehen Sie, das Problem sind eigentlich die Eltern. Sie übertragen in der Regel das Virus, nicht die kleinen Kinder. Gefährdet jedoch sind die Grosseltern. Also darf man die kleinen Kinder wieder einmal umarmen, solange man Abstand zu der mittleren Generation hält.

GM: Dürfen wir auch wieder mit den Grosseltern in den Wald zum grillieren – mit Abstand?
DK: Hier wird’s schon wieder schwieriger. Selbstverständlich dürfen Sie in den Wald solange Sie den Abstand wahren. Die Gefahr besteht aber darin, dass man bei gewohnten Sachen – wie dem ungezwungenen Zusammensein – sehr schnell in alte Verhaltensmuster fällt und den Abstand vergisst. Deshalb sagen wir, dass sich die Generationen weiterhin separieren sollen. Die Grosseltern sollen allein spazieren gehen, aber mal den Enkel in den Arm nehmen, das dürfen sie. Da riskieren sie nichts.

GM: Was raten Sie den ü65-Jährigen für die nächsten Wochen und Monate?
DK:
Wichtig ist, dass man sich weiter an diese Empfehlungen hält, dass man darauf achtet, sich nicht anzustecken. Selbstverständlich sollen sie mal rausgehen und die Sonne geniessen. Aber alles andere gilt es, zu vermeiden, auch wenn jetzt wieder die Läden öffnen. So sollten sie vielleicht wirklich nicht grad unbedingt zum Coiffeur gehen. Es lohnt sich, ein wenig zu warten. Denn wenn es so weiter geht, wie es die letzten Wochen gelaufen ist, dann wird das Risiko immer kleiner. Und wenn das Risiko wirklich klein ist, wird alles wieder viel normaler. Schon in ein paar Wochen können wir vieles besser abschätzen.

GM: Und Enkelhüten wird erst wieder zum Thema, wenn eine Impfung da ist?
DK: Nein. Wenn man im Sommer sieht, dass das Risiko auch für die älteren Personen genug klein ist und man die verschiedenen Ansteckungsecken unter Kontrolle hat, dann wird einiges auch für die ältere Bevölkerung möglichst normal sein. Was wir weiterhin sagen werden: Lueget, das mit dem Händeschütteln, das vergessen wir jetzt mal für eine Weile, ebenso wie das nahe Beisammenstehen mit vielen verschiedenen Menschen. Denn wir wollen weiterhin versuchen, uns nicht anzustecken. Aber Sachen, die sehr wichtig sind fürs Leben, wie eben die eigenen Grosskinder zu hüten, sollen dann möglich sein.


Umarmen ja, hüten nein – was bedeutet das?
Wichtig ist und bleibt, dass wir unsere Gewohnheiten ändern, deshalb sollte man noch auf ein paar Sachen verzichten. Dass wir die Enkel zwar wieder berühren dürfen, aber noch nicht hüten sollten, hat genau damit zu tun. Bei längeren Treffen oder intensivem Zusammensein vergisst man schnell mal wieder die aussergewöhnliche Lage und damit den im Moment noch wichtigen Abstand.
Im besten Fall schiebt man das Kind im Kinderwagen den Grosseltern zu, sie nehmen es heraus, halten es eine Weile im Arm und legen es zurück in den Wagen. Danach waschen sie sich die Hände. Oder der Zweijährige rennt zu den Grosseltern, während die Eltern mit Abstand warten. Wichtig ist einfach, nach jedem Kontakt Hände waschen.
Was bei einer einmaligen Umarmung ganz klar ist, geht beim routinierten Hüten oft vergessen. Ebenfalls findet die Kinderübergabe beim Hüten oft anders statt, Eltern und Grosseltern tauschen sich noch schnell aus und schon ist der Abstand vergessen.
Im Moment müssen wir uns der besonderen Situation noch bewusst sein, müssen unser Verhalten dieser anpassen. Das gelingt bei einer einmaligen Umarmung besser, als bei gewohnten Alltagssituationen. (CAP)

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