Was wir unseren Enkelkindern schenken

Sie schreiben für «Grosseltern» Reportagen und Kolumnen, kreieren knifflige Kreuzworträtsel und sind alle leidenschaftliche Grosseltern. Hier verraten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit was sie ihre Kleinsten zu Weihnachten überraschen.

Vom «GROSSELTERN»-TEAM (Text)
und Anton Studer, Büro Haeberli (Illustrationen)


tiptoi

LERNSTIFT
Bereits im Oktober habe ich eine, wie ich meine, prächtige Idee für unseren ältesten Enkel Maximilian (knapp 4-jährig). Ein innovatives Lernspiel soll es sein: Tiptoi heisst das Ding, von dem auch Grosseltern im Freundeskreis schwärmen. Beim Ausprobieren bin ich hin und weg von den Büchern, die ganz traditionell erzählt, vom Kind mit dem Tiptoi-Stift und seinen vielen audiodigitalen Funktionen aber auch eigenständig genutzt werden können. Tiptoi ist nicht kitschig, aber unterhaltend und spielerischer Ansporn zum Dazulernen. Der Stift zum Antippen der verschiedenen Kontaktpunkte eröffnet eine neue Welt.
Doch dann kam der Sonntagnachmittag: Wie üblich kam unser Sohn mit Familie zu Kaffee und Kuchen. In der Ecke stand die Tasche der Schwiegertochter. Und was guckte da heraus? Ein nigelnagelneues Tiptoi-Spiel. Ich schaute wohl ganz konsterniert, denn mein Sohn fragte, was los sei. So erzählte ich von meiner Weihnachtsgeschenkidee, die sich nun als Flop herausstellte. Es gibt aber Schlimmeres: Entweder wird das zweite Spiel nun bei Oma und Opa stationiert, wir behalten es für die jüngeren Enkelkinder, oder es wird umgetauscht. Was ich daraus gelernt habe: Soll ein Geschenk konkurrenzlos einmalig sein, bewähren sich vorgängige Absprachen….

Viviane Schwizer, 65, ist freie Mitarbeiterin von «Grosseltern» und lebt in Horgen ZH.


puzzle

FOTO-PUZZLE
Den Enkelinnen Louisa und Masha schenkte ich bisher oft kleine familiäre Fotoalben. So gross wie ein kleines Taschenbuch (A6), fügen sie sich gut in die kleinen Hände der Mädchen. Die beiden blättern gern darin und lachen über lustige Schnappschüsse aus ihrem Kinderleben. Nun, da sie bald sechs und neun Jahre alt werden, suche ich mir ein ganz spezielles Porträt von ihnen aus und verwandle es – in ein Puzzle-Spiel! Dann sollen Louisa und Masha sich selber zusammensetzen, ihre süssen Augen, die kleine Nase, den kecken Mund suchen und was sonst noch Spannendes dran ist an ihren zierlichen Körpern, verteilt auf knapp zweihundert Puzzlestücklein. Die Fotofirma wird mir dienlich sein.

Rolf Käppeli, 72, ist freier Mitarbeiter unseres Magazins und hat bis im Sommer die Kolumne «Brief an Louisa» verfasst. Er lebt in Uetikon ZH.


robi

KATALOGWÜNSCHE
Von den Eltern habe ich das einmalige Privileg erhalten, nicht nur pädagogisch wertvolle Geschenke zu machen, ich darf wirkliche Herzenswünsche erfüllen.
Ach, wie geniesse ich es, nicht nach weiteren Holzställen, handgeschnitzten Tieren oder kreativen Bastel- und Brettspielen suchen zu müssen.
Sobald die Weihnachtskataloge eintreffen, werden diese stundenlang von meinen Enkeln (8 und 10 Jahre) studiert und mit Klebepunkten die grössten Wünsche markiert. Seit ich einmal statt dem gewünschten Bösewicht den gutmütigen Helden einkaufte oder, noch schlimmer, die Legofigur mit dem rosafarbenen (!) Umhang erwischte, halte ich mich akribisch an die Angaben meiner Enkel.
Mit dem Kat alog in der Hand kurve ich um die Regale mit StarWars, Ninjagos, Nexos – oder weiss der Kuckuck, wie die alle heissen –, um dann zielsicher nach den gewünschten Objekten zu greifen. Die Bewunderung meiner Enkel ist mir gewiss, und ich genies­se diese stressfreien Weihnachtseinkäufe!

Ruth Fries, 68, lebt in Wallisellen ZH und schreibt Kolumnen auf der Seite der GrossmütterRevolution.


koenigin

SCHNEEKÖNIGIN
Ayana wird kurz vor Weihnachten 6, Bruder Levio direkt danach 4 Jahre alt. Das wirbelt eine hochkonzentrierte Geschenklawine in die Kinderzimmer samt obligatem Päckli-Adventskalender. Für diesen steuere ich ein postkartenkleines Bilderbuch der Schneekönigin von Hans Christian Andersen bei (illus­triert durch Anastasia Arkhipova) und erzähle es ihnen auch. Zum Christfest liefere ich dann Eintrittskarten für die Märchenaufführung im Thuner Theaterzelt nach. Eigentlich ist der Kleine ja noch zu klein dafür. Doch da ich (zweitgeboren wie er) den Schmerz, für alles zu klein zu sein, nachfühle, ignoriere ich die Altersempfehlung so unverfroren, wie es gemäss Internetforen tausende Eltern beim Disneyfilm «Frozen – Die Eiskönigin» tun. Statt der daraus bekannten Anna und Elsa lernen meine Enkelkinder so Gerda und Kai kennen, Hauptpersonen im Originalmärchen. Ich freue mich jetzt schon auf das gemeinsame nachweihnächtliche Winterzaubererlebnis.

Barbara Weber-Ruppli, 61, ist freie Mitarbeiterin von «Grosseltern» und lebt in Eglisau ZH.


buch

LIEBLINGSREZEPTE
Unser ältester Enkel Gian Andrea ist elfeinhalb Jahre alt. Schon als kleiner Junge ist er sehr gerne seinem Vater, einem begeisterten Hobbykoch, in der Küche zur Hand gegangen. Sein Vater fordert und fördert ihn, indem er ihn immer wieder ermuntert, selbstständig Gerichte zu kochen. Ich werde ihm bis Weihnachten einen Ordner in seiner aktuellen Lieblingsfarbe anlegen mit vorderhand drei bis vier ausführlichen Rezepten, inklusive Einkaufslisten von Gerichten, die er bei uns zu Hause immer gerne isst. Ein Gutschein für ein Essen nach seiner Wahl soll auch noch dabei sein. Das entsprechende Rezept und die Einkaufsliste können wir ja dann miteinander zusammenstellen und das Essen gemeinsam mit den Eltern und dem Babapa geniessen.

Betty Achermann, 71, ist die Frau von «Grosseltern»-Redaktor Pius Achermann und dieses Jahr für das Weihnachtsgeschenk des Enkels zuständig. Sie lebt in Niederrohrdorf AG.


time

ZEIT
Was wir unseren Enkelkindern schenken? Spontan sage ich: «Wir schenken nichts.»  Nun ist das so vielleicht nicht ganz die richtige Aussage. Schon von Anfang an haben wir als Grosseltern beschlossen, keine physischen Weihnachtsgeschenke zu machen. Wir wollen Zeit schenken! Die lässt sich weder in Weihnachtspapier wickeln noch alle auf einmal herbeischleppen. Zeit und Aufmerksamkeit für jeden Einzelnen haben wir aber wohldosiert das ganze Jahr dabei. Und wenn wir etwas zusammen unternehmen, sitzt natürlich der Geldbeutel mehr als locker in der Tasche.

Marlis Baumgartner, 63, schreibt in der Kolumne «Meine Enkel – Meine Kinder» aus Grossmuttersicht über ihre Enkel und ihre Tochter. Sie lebt in Berikon AG.


spiel

QWIRKLE
Im wöchentlichen Treff für Asylsuchende und Einheimische besuchte uns ein Herr mit einem Spiel unter dem Arm. Schon bald legte eine angeregte, bunt gemischte Gruppe Holzsteine mit verschiedenen Farben und Formen auf den Tisch. Das Spiel scheint recht komplex, aber schnell erklärbar. Wäre das ein Geschenk für die Enkelkinder? Ich spiele gerne mit ihnen, aber nicht alles. Memory zum Beispiel hasse ich, klar, da verliere ich immer.
Das Spiel mit dem Namen Qwirkle passt für alle Alter (ab 6), sieht schön aus und lässt sich auch zu zweit spielen. Ich werde es den Enkelkindern in Genf und denen im Aargau schenken. Wenn sich die Cousinen treffen, können sie es zusammen spielen, die Sprache spielt ja keine Rolle.
Und wenn die Kinder einmal nicht mittun wollen? Dann spiele ich es ganz alleine, anstelle von Memory. Schliesslich bin ich in einem Alter, in dem Gehirntraining gut sein soll. Vielleicht lässt sich der sonst eher gesellschaftsspielmufflige Nonno auch einmal überreden…

Christa Camponovo, 67, tüftelt das beliebte Rätsel in «Grosseltern» aus. Sie lebt in Wettingen AG.


pulli

KLEIDER UND KULTUR
Meine Frau Marianne und ich haben wieder einmal einen gemütlichen Bummel durch die Berner Altstadt unternommen und dabei für unsere sechs Grosskinder je einen lustigen Pullover ausgesucht, ganz konventionell und bünzlig. Aber das Aussuchen machte uns Spass:
Für Noelle, 15 Monate: Pulli Grösse 80, blau mit Sternchen.
Für Nino, 33 Monate: Pulli Grösse 98, hell-dunkelgrau, Aufschrift «DON’T MAKE ME ANGRY»*.
Für Emilie, 35 Monate: Pulli Grösse 104, weiss gemustert.
Für Florence, 51 Monate: Pulli Grösse 110, orange mit Indianermusterkette.
Für Yarin, 63 Monate: Grösse 116, grau­blau, «New York»*, mit Kapuze.
Für Lou, 81 Monate, Grösse 128/134, violett, «Make ME SHINE»*.
* Jetzt verstehen Sie auch, weshalb ich mich in einem Schlusspunkt dieses Magazins für Frühenglisch eingesetzt habe.
Lou, Yarin und Florence erhalten noch je einen Gutschein zum Besuch des Berner Puppentheaters. Im Januar wird dort das wunderbare Stück «D’Glaschugle» wiederaufgeführt – etwas vom Besten, das wir vor dreissig Jahren mit unsern eigenen Kindern genossen haben. Die Geschichte der kleinen Anja, welche ihre Glaskugel verliert und diese in der Unterwelt sucht, erzähle ich heute noch mit Genuss – in Mundart.

Hans Abplanalp, 69, aus Münsingen BE ist freier Mitarbeiter und Kolumnist von «Grosseltern»: Er schreibt den Schlusspunkt am Ende des Hefts.

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