Wasserspass mit den Enkeln: Worauf Grosseltern beim eigenen Pool achten müssen


Sind die Enkel da, wird der Garten schnell zum Abenteuerland. Ein Gartenpool oder ein grösseres Planschbecken ziehen die Kleinen magisch an. Dabei werden die Gefahren leicht unterschätzt. Laut den aktuellen Zahlen der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG gehört Wasser zu den fünf grössten Gefahrenquellen für Kleinkinder. Wer also die Enkel an zwei bis drei Wochenenden im Jahr bei sich hat, muss während dieser Zeit auch für den sicheren Umgang mit dem eigenen Becken besorgt sein.


Was die Statistik über Kinder und Wasser sagt

Die SLRG zählt im Zehnjahresschnitt rund 50 Ertrinkungstote pro Jahr in der Schweiz. Im Jahr 2023 lag die Zahl mit 59 tödlichen Ertrinkungsunfällen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, darunter sieben Kinder bis 16 Jahre. In vier der sieben Fälle waren die Kinder jünger als zehn Jahre alt. Bereits geringe Wassertiefen können gefährlich sein. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU weist darauf hin, dass ein Kind in weniger als 20 Sekunden ertrinken kann und schon wenige Zentimeter Wasser zur Todesfalle werden können. Für Großeltern, die einen fest eingebauten Pool, einen Schwimmteich oder ein aufblasbares Planschbecken im Garten haben, ist das ein zentraler Ausgangspunkt bei der Frage nach der richtigen Sicherung. Ein Fachbetrieb wie ein erfahrener Poolbauer Schweiz kann bei der Planung und Nachrüstung baulicher Sicherheitsmassnahmen beraten, insbesondere wenn ein bestehendes Becken kindersicher gemacht werden soll.

Bauliche Sicherung: Zaun, Abdeckung und Beckentiefe

Die BFU nennt in ihrem Ratgeber klare Massnahmen. Ein Zaun oder eine Abdeckung gilt als wirksamste Lösung, um ein Gewässer zu sichern. Kleingewässer im Spielbereich von Kindern sollten maximal 20 Zentimeter tief sein. Bei mobilen Pools empfiehlt die BFU, die Einstiegsleiter zu entfernen und die Wasserfläche abzudecken oder das Becken zu leeren, wenn es nicht gebraucht wird. Bei Swimmingpools sollten stabile Abdeckungen montiert werden. Für einen Zaun rund um den Poolbereich hat sich in der Praxis eine Mindesthöhe von 1,10 bis 1,20 Metern etabliert, kombiniert mit einem selbstschliessenden Tor mit Verriegelung. Wichtig ist, dass die Konstruktion keine horizontalen Elemente aufweist, die Kinder als Kletterhilfe nutzen könnten. Fest verankerte Metallzäune bieten dabei mehr Sicherheit als Steck- oder Kunststoffvarianten, wobei letztere für temporäre Situationen eine Alternative sein können.

Auch die Abdeckung verdient Aufmerksamkeit. Nicht jede Plane ist tragfähig genug, um das Gewicht eines Kindes zu halten. Zertifizierte Sicherheitsabdeckungen sind so konstruiert, dass sie einem Sturz standhalten und keine offenen Zwischenräume aufweisen. Wer über eine Neuanschaffung nachdenkt, sollte gezielt nach Modellen fragen, die dem europäischen Standard für Poolabdeckungen entsprechen, etwa der Norm NF P90-308 aus Frankreich, die auch in der Schweiz häufig als Referenz herangezogen wird.

Aufsicht, Schwimmfähigkeit und der Wasser-Sicherheits-Check

Bauliche Massnahmen ersetzen die Aufsicht nicht. Die BFU formuliert das eindeutig. Zu Hause lohnt es sich, Kleingewässer wie Teiche und Biotope, aber auch Pools und Planschbecken genügend zu sichern. Aufmerksam bleiben und sich nicht von Smartphone oder einem Schwatz mit den Nachbarn ablenken lassen. Für Grosseltern bedeutet das in der Praxis: Solange kleine Kinder im Wasser sind, gehört die Aufmerksamkeit ausschliesslich ihnen. Ein Anruf oder ein kurzer Gang ins Haus reicht bereits, um eine gefährliche Situation entstehen zu lassen.

Ein zusätzlicher Baustein ist die Schwimmfähigkeit der Kinder. Die BFU empfiehlt den Wasser-Sicherheits-Check WSC, bei dem geprüft wird, ob sich Kinder bei einem unerwarteten Sturz ins Wasser selber retten können. Der Test umfasst das Rollen ins Wasser, eine Minute an Ort schweben und 50 Meter Schwimmen. Grosseltern können ihre Enkel motivieren, an einem entsprechenden Kurs teilzunehmen, und sich selbst über das Angebot der lokalen SLRG-Sektionen informieren.

Praktische Ausstattung rund um das Becken

Neben Zaun und Abdeckung tragen kleine Details zur Sicherheit bei. Rutschfeste Beläge rund um das Becken reduzieren Stürze, besonders wenn der Boden nass ist. Griffe an den Einstiegen helfen sowohl Kindern als auch älteren Personen. Rettungsmittel wie eine Schwimmnudel oder ein Rettungsring sollten griffbereit liegen. Wer regelmässig Kinder im Haus hat, kann zusätzlich einen Pool-Alarm installieren, der bei Wasserbewegung ein akustisches Signal auslöst. Solche Systeme ersetzen die Aufsicht nicht, verschaffen aber wenige zusätzliche Sekunden, die im Ernstfall entscheidend sein können.

Wer über den Neubau oder die Sanierung eines Pools nachdenkt, sollte Sicherheit von Anfang an in die Planung einbeziehen. Fachbetriebe mit regionalen Standorten kennen die kantonalen Bauvorschriften, die je nach Standort unterschiedliche Anforderungen an Umzäunungen und Abstände enthalten. Ein Beratungsgespräch vor Ort schafft Klarheit darüber, welche Massnahmen bei der eigenen Grundstückssituation sinnvoll und verhältnismässig sind. Wenn die Enkel den Sommer bei den Grosseltern verbringen sollen, ist das die Grundlage für unbeschwerte Nachmittage am Wasser.