Übernachten bei den Grosseltern – ab wann?

Grosseltern sind heute oft viel aktiver, als es noch vor ein oder zwei Generationen der Fall war. Sie stehen im Beruf, haben ihre Hobbys und ein ausgefülltes Leben. Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sie in die Erziehung der Enkelkinder eingebunden sind, da die verschiedenen Äste am Familienbaum in verschiedene Richtungen wachsen, sprich: an entfernten Plätzen wohnen. Andere Familien hingegen wohnen ganz in der Nähe, im gleichen Ort oder sogar unter einem Dach. Insofern ist es eine absolut individuelle Entscheidung, wann die Enkel das erste Mal bei Oma und Opa übernachten und wie häufig es ab dann passiert.

Die erste Übernachtung – eine individuelle Entscheidung

Es spricht nichts dagegen, ein Enkelchen mit wenigen Wochen schon bei sich schlafen zu lassen, wenn man mit den entsprechenden Gewohnheiten vertraut ist und das Baby einen kennt. Ebenso ist es legitim, mit dem ersten Schlafbesuch zu warten, bis der Stammhalter selbst den entsprechenden Wunsch äussert und bei Oma und Opa schlafen möchte. Was man vermeiden sollte, ist eine Hau-Ruck-Aktion, bei der mehrere Übernachtungen geplant sind, die von heute auf morgen stattfinden. Natürlich kann es aufgrund einer Erkrankung der Eltern oder anderer Umstände notwendig zu sein, ein solches Notprogramm zu starten, doch es wird mit deutlich mehr Eingewöhnungsschwierigkeiten verbunden sein, als wenn man es langsam angehen lässt.

Jedes Kind ist anders

Man kennt das von erwachsenen Menschen. Den einen fällt es superleicht, an einem anderen Ort zu übernachten und sie fühlen sich in jedem Hotelzimmer oder bei Freunden schnell zu Hause. Andere hingegen schaffen es kaum vor dem Ende des Aufenthalts, sich heimisch zu fühlen und entspannt schlafen zu können. Das ist einerseits eine Frage des Charakters und andererseits der Gewohnheiten. Wenn ein Enkelkind also die halbe Nacht wach bleibt und weint, dann ist das nicht persönlich gemeint. Man muss als Grosseltern sogar damit rechnen, dass das passieren kann und sollte dementsprechend planen.

Wie man mit Enkelkindern erfolgreich übernachtet

Mit Enkelkindern zu übernachten ist, als würde man endlich einen größeren Teil ihres Lebens teilen. Die meisten Eltern schätzen solche Übernachtungen, weil sie die Möglichkeit haben, ihre Beziehung zu pflegen und dann am nächsten Tag auszuschlafen. Einige beschweren sich jedoch darüber, dass Übernachtungen im Haus der Grosseltern ihre Kinder übermüdet und mürrisch machen. Manche behaupten, dass die Kinder von den Grosseltern verwöhnt werden und schwer zu befriedigen sind, wenn sie nach Hause zurückkehren. Ein weiteres Problem sind zu viele zuckerhaltige Leckereien im Haus der Großeltern. Hier sollte man auf die Ansichten der Eltern Rücksicht nehmen – und die Eltern sollten sich an ihre eigene Kindheit und die Naschereien in Omas Küche erinnern. Wie schön sich das angefühlt hat! Jeder muss bereit sein, Kompromisse zu schließen, damit alles zufrieden und glücklich sind.

Dennoch sollten Grosseltern bestrebt sein, die normale Schlafenszeit ihrer Enkelkinder während der Übernachtungen beizubehalten und darauf bestehen, dass Enkelkinder die normalen Erwartungen an das Verhalten erfüllen. Grosseltern, die es ablehnen, die Enkelkinder zu sehr zu verwöhnen, haben die beste Chance, das Übernachtungserlebnis zu wiederholen.

Vorteile von Übernachtungen

  • Die Nacht außerhalb der Eltern zu verbringen, kann die Unabhängigkeit eines Kindes fördern.
  • Es ist für Kinder informativ zu sehen, wie andere Haushalte funktionieren, was bei einem kurzen Besuch nicht offensichtlich ist.
  • Wenn Eltern oder Enkelkinder gegen Übernachtungen sind, können Grosseltern eine umgekehrte Übernachtung vorschlagen, bei der sie die Nacht im Haus des Enkels verbringen.
  • Die meisten Grosseltern halten ihre Enkelkinder nicht absichtlich zu spät wach. Dennoch fällt es Kindern, die sich an einem unbekannten Ort befinden, oft schwer, einzuschlafen. Durch Übernachtungen bekommen sie darin Übung.

Schlafarrangements

Wenn Sie das Glück haben, ein oder zwei freie Schlafzimmer zu haben, haben Sie wahrscheinlich mehr Glück mit der Schlafenszeit. Je näher Sie einer normalen Schlafumgebung kommen, desto weniger Probleme haben Sie wahrscheinlich.

Wenn Sie keine Ersatzbetten für Enkelkinder haben, können Sie diese auf Luftmatratzen, Schlafsofas oder andere improvisierte Betten legen.

Die Auswahl der richtigen Bettwäsche ist in bestimmten Phasen wichtig. Aufgrund des Risikos für den plötzlichen Kindstod benötigen Säuglinge eine sichere Schlafsituation mit einer festen Matratze und ohne überschüssiges Bettzeug. Ein spezielles Babybett eignet sich am besten. Es gibt Modelle, die bei Nichtgebrauch eingeklappt werden können. Kleinkinder benötigen ein Bett mit einem Gitter oder ein Bett in Bodennähe. 

Hilf den Enkelkindern einzuschlafen

Diese Strategien können Grosseltern helfen, die Schlafenszeit einzuläuten:

  • Ermutigen Sie die Enkel zu zurückhaltenden Aktivitäten kurz vor dem Schlafengehen, damit sie nicht überfordert werden.
  • Ein Snack vor dem Schlafengehen kann Kindern helfen, sich bettfertig zu fühlen. Vermeiden Sie zuckerhaltige Leckereien und Schokolade.
  • Warten Sie nicht zu lange, um sich fürs Bett fertigzumachen.
  • Versuchen Sie, als letzte Aktivität vor dem Schlafengehen Bücher zu lesen oder Geschichten zu erzählen.
  • Kuscheltiere und weiche Decken können ein Enkelkind trösten, das nervös ist, nicht zu Hause zu sein.
  • Wenn ein Enkel daran gewöhnt ist, Musik zu hören oder einen Film anzusehen, um einzuschlafen, müssen Sie dies wahrscheinlich zulassen.

Planen Sie ausreichend Zeit für die Übernachtung ein und überlegen Sie sich tolle Aktivitäten, die die Bindung zwischen Ihnen und den Enkeln stärken! Ob es gemeinsames Backen, Vorlesen oder ein Filmabend ist, ist eine individuelle Entscheidung. Viel Spass mit dem abendlichen Trubel im Haus – Sie haben das ein wenig vermisst, oder?